Bundeshaushalt im Überblick

Rechnungsergebnis 2020

Finanzierungsrechnung, Finanzierung der Ausgaben

in Mrd.

Voranschlag 2021 (Diagramm)

Die Corona-Pandemie führt beim Bund zu tieferen Einnahmen und umfangreichen Mehrausgaben. Im Jahr 2020 resultierte deshalb ein rekordhohes Finanzierungsdefizit von 15,8 Milliarden. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde 2020 durch die Corona-Pandemie und die Massnahmen zu ihrer Eindämmung stark gebremst. Anstatt des im Voranschlag erwarteten nominalen Wirtschaftswachstums von 2,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts, resultierte schliesslich ein Rückgang von 3,4 Prozent.

Die Einnahmen blieben infolge des Wirtschaftseinbruchs unter dem Vorjahr (-4,0 % oder -3,0 Mrd.) und unter dem Budget (-3,6 Mrd.). Die Ausgaben waren um 16,4 Milliarden (+23 %) höher als im Vorjahr und lagen auch über dem Voranschlag 2020 (+12,5 Mrd.).

Im ordentlichen Haushalt wäre aufgrund des Wirtschaftseinbruchs ein konjunkturbedingtes Defizit von 2,9 Milliarden zulässig gewesen. Effektiv ergab sich ein ordentliches Finanzierungsdefizit von 1,2 Milliarden. Damit wurden die Vorgaben der Schuldenbremse für den ordentlichen Haushalt übertroffen (struktureller Überschuss von 1,6 Mrd.). Die Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Pandemie beliefen sich im Jahr 2020 auf insgesamt 15 Milliarden (siehe Übersicht). Sie fielen vor allem als ausserordentliche Ausgaben an (14,7 Mrd.). Die Ausnahmebestimmung der Schuldenbremse konnte in Anspruch genommen werden, weil mit der Corona-Pandemie eine aussergewöhnliche und vom Bund nicht steuerbare Entwicklung vorlag. Damit wird sichergestellt, dass die ordentliche Aufgabenerfüllung nicht vom ausserordentlichen Zahlungsbedarf verdrängt wird. Die ausserordentlichen Ausgaben werden dem Amortisationskonto belastet, welches per Ende 2020 einen Fehlbetrag von 9,8 Milliarden aufweist.

Der hohe Finanzierungsbedarf wurde gedeckt, indem der Bund seine Verschuldung erhöhte (+6,6 Mrd.) und gleichzeitig sein Finanzvermögen reduzierte (-8,7 Mrd.). Die Bruttoschulden stiegen damit auf 103,6 Milliarden (+6,6 Mrd.). Die Nettoschulden berücksichtigen beide Grössen (Bruttoschulden abzgl. Finanzvermögen); sie stiegen um 15,3 Milliarden an.

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Letzte Änderung 25.03.2021

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