Bundeshaushalt im Überblick

Rechnung 2021

Finanzierungsrechnung, Finanzierung der Ausgaben

in Mrd. CHF

Die Corona-Pandemie führte beim Bund auch im Jahr 2021 zu umfangreichen Mehrausgaben. Im Jahr 2021 resultierte deshalb erneut ein hohes Finanzierungsdefizit von 12,2 Milliarden. Nach dem starken Einbruch im Jahr 2020, war die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2021 geprägt von einer kräftigen Erholung. Im Voranschlag 2021 wurde von einem realen Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent ausgegangen; effektiv ist die Wirtschaft um 3,6 Prozent gewachsen. Allerdings war auch der Wirtschaftseinbruch 2020 weniger stark als damals befürchtet (-2,6 % statt -6,2 %), insgesamt hat sich die Wirtschaft damit besser entwickelt als im Voranschlag erwartet. Die Einnahmen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr kräftig (+5,6 % oder 4,0 Mrd.) und erreichten den Budgetwert (+0,4 %; +0,3 Mrd.). Die Ausgaben lagen auf Vorjahresniveau (+0,5 %; +0,5 Mrd.), übertrafen den Voranschlag aber deutlich (+7,7 %, +6,3 Mrd.), weil im Jahresverlauf zusätzliche Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie getroffen werden mussten.

Im ordentlichen Haushalt wäre aufgrund der Unterauslastung der Wirtschaft ein konjunkturbedingtes Defizit von 1,7 Milliarden zulässig gewesen. Effektiv resultierte 2021 ein ordentliches Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden. Damit wurden die Vorgaben der Schuldenbremse für den ordentlichen Haushalt leicht übertroffen (struktureller Überschuss von 0,3 Mrd.). Die Massnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie prägten weiterhin die Finanzpolitik des Bundes (siehe Übersicht). Die Corona-Ausgaben blieben mit 14,1 Milliarden nur leicht unter dem Vorjahr (15,0 Mrd.). Sie fielen vor allem als ausserordentliche Ausgaben an (12,3 Mrd.). Die ausserordentlichen Ausgaben werden dem Amortisationskonto belastet, welches per Ende 2021 einen Fehlbetrag von 20,3 Milliarden aufweist.

Der hohe Finanzierungsbedarf wurde gedeckt, indem der Bund seine langfristigen Verbindlichkeiten erhöhte (+4,9 Mrd. insb. Anleihen) und gleichzeitig sein Finanzvermögen reduzierte (-1,0 Mrd. insb. flüssige Mittel). Der restliche Finanzierungsbedarf konnte über die hohen Steuereinnahmen finanziert werden, unter anderem weil die Rückerstattungen der Verrechnungssteuer im Jahr 2021 tief blieben. Die Bruttoschulden stiegen damit auf 108,6 Milliarden (+5,0 Mrd.). Die Nettoschulden (Bruttoschulden abzgl. Finanzvermögen) stiegen um 6,0 Milliarden auf 76,1 Milliarden.

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Letzte Änderung 31.03.2022

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