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Veröffentlicht am 17. März 2026

Im Fokus – Gesundheitsausgaben bis 2060: Neue Projektionen der EFV zeigen einen anhaltenden hohen Kostendruck

Ein neues Working Paper der Eidgenössischen Finanzverwaltung projiziert die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in der Schweiz bis 2060. In der neuen Studie werden erstmals auch die finanziellen Auswirkungen der jüngsten Reformen im Gesundheitswesen berücksichtigt. Die Projektionen zeigen, welche Faktoren das Ausgabenwachstum beeinflussen und wie sich die Finanzierung zwischen Prämien- und Steuerzahlenden entwickeln könnte.

Die wachsenden Gesundheitsausgaben führen zu zunehmenden Belastungen für Prämien- und Steuerzahlende. Das neue Working Paper der EFV zeigt, wie sich diese Ausgaben bis 2060 entwickeln könnten und welche Kostentreiber dabei eine Rolle spielen. Die Studie knüpft an frühere Projektionen der EFV an und aktualisiert diese unter anderem mit den neuen Bevölkerungsszenarien des BFS.

Die Studie berücksichtigt erstmals die jüngsten Reformen in der Gesundheitsfinanzierung, insbesondere die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen sowie der Pflege (EFAS) und die neuen kantonalen Mindestbeiträge zur Prämienverbilligung. Diese Reformen führen zu Verschiebungen in der Finanzierung zwischen der obligatorischen Krankenversicherung und den öffentlichen Haushalten. Gemäss den Projektionen werden die öffentlichen Haushalte durch EFAS im Bereich Gesundheit belastet, während sie in der Langzeitpflege etwas entlastet werden.

Die Projektionen zeigen, dass die Kostentreiber wie Alterung, steigende Einkommen und medizinischer Fortschritt sowie die Baumolsche Kostenkrankheit einen anhaltenden Druck auf das Gesundheitswesen ausüben. Die gesamten Gesundheitsausgaben steigen im Referenzszenario von 11,2 % des BIP im Jahr 2023 auf 15,3 % des BIP im Jahr 2060. Dabei wird erstmalig die als kostendämpfend angesehene Verlagerung von stationären zu ambulanten Gesundheitsleistungen abgebildet. Weitere Szenarien mit alternativen Annahmen über Alterung und Morbidität, Migration, Einkommen und medizinischen Fortschritt verdeutlichen die Bedeutung dieser Faktoren für die Ausgabendynamik.

Gesundheitspolitisch gefährdet ein anhaltend hohes Ausgabenwachstum den allgemeinen Zugang der Bevölkerung zum Gesundheitswesen. Finanzpolitisch bedeutet ein anhaltend hohes Ausgabenwachstum, dass die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen in Frage gestellt wird. Vor diesem Hintergrund sind weitere Massnahmen zur Effizienzsteigerung und Dämpfung des Ausgabenwachstums angezeigt.

Die detaillierte Analyse findet sich im Working Paper: Ausgabenprojektionen für das Gesundheitswesen bis 2060: Alterung und Reformen.