Der Bund ist in erster Linie ein Transferhaushalt: Ein Grossteil seiner Einnahmen fliesst an die Sozialversicherungen und die Kantone. Sein wichtigstes Ausgabengebiet ist die soziale Wohlfahrt.
Ausgaben nach Aufgabengebieten 2025
Anteilein %
Das grösste Aufgabengebiet des Bundes ist die Soziale Wohlfahrt mit gut einem Drittel der Ausgaben (34,3 %). Diese Ausgaben sind rechtlich gebunden und damit mittelfristig kaum steuerbar. Die Hälfte der Ausgaben fliesst in die AHV. Dazu kommen die Bundesbeiträge an die Invalidenversicherung (IV), für die individuelle Prämienverbilligung und für die Ergänzungsleistungen zu AHV und IV sowie die Ausgaben für die Migration. Das Ausgabenwachstum ist vor allem abhängig von der Bevölkerungs-, Preis- und Lohnentwicklung. Wegen der Alterung der Gesellschaft wachsen diese Ausgaben stark an.
Der Anteil dieses Aufgabengebiets an den Ausgaben beträgt 16,2 Prozent. Die Ausgaben in diesem Bereich sind nicht kurzfristig beeinflussbar. Die Anteile an den Bundeseinnahmen sind nämlich in der Verfassung geregelt und hängen direkt von der Höhe der Einnahmen ab. Die Zinsausgaben ergeben sich aus der Verschuldung und der Entwicklung der Zinssätze. Schliesslich sind auch die Ausgaben für den nationalen Finanzausgleich im Gesetz geregelt. Damit soll sichergestellt werden, dass jeder Kanton genügend finanzielle Mittel hat, um seine Aufgaben wahrzunehmen.
Der Anteil des Verkehrs an den Gesamtausgaben beläuft sich auf 13,3 Prozent. Die Verkehrsausgaben umfassen die Ausgaben für den Schienenverkehr und öffentlichen Verkehr (69 %), für den Strassenverkehr (30 %) und für die Luftfahrt (2 %). Sie werden vor allem über zweckgebundene Steuereinnahmen finanziert und sind deshalb zum grössten Teil gebunden. Sie fliessen vor allem in den Bahninfrastrukturfonds (BIF) sowie den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF). Über diese beiden Verkehrsfonds werden Betrieb, Unterhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur finanziert.
Der Anteil des Aufgabengebiets Bildung und Forschung an den Ausgaben beträgt 10,1 Prozent. Etwa 82 Prozent der Ausgaben in diesem Aufgabengebiet werden über die Botschaft zur Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik des Bundes 2025–2028 (BFI-Botschaft 2025–2028) gesteuert. Seit dem 1.1.2025 leistet der Bund einen Beitrag für die Beteiligung am Forschungsprogramm der EU, an dem Schweizer Forschende wieder teilnehmen können.
Die Sicherheit macht 8,2 Prozent der Ausgaben aus. Über 80 Prozent davon entfallen auf die Ausgaben für die militärische Landesverteidigung, die 2025 um 269 Millionen (+4,7 %) angestiegen sind, dies hauptsächlich aufgrund höherer Rüstungsausgaben. Insgesamt nahmen die Ausgaben aus diesem Aufgabengebiet 2025 um 4,3 Prozent zu (+295 Mio.)
Rund 4,2 Prozent der Ausgaben sind für Landwirtschaft und Ernährung budgetiert. Dieses Aufgabengebiet wird über drei Zahlungsrahmen gesteuert: Produktionsgrundlagen, Produktion und Absatz sowie Direktzahlungen. Etwas mehr als drei Viertel der Ausgaben des Aufgabengebiets entfallen auf die Direktzahlungen (2,8 Mrd.).
Die Ausgaben für die Beziehungen zum Ausland belaufen sich auf 4,2 Prozent der Ausgaben. Drei Viertel dieser Ausgaben werden für die Entwicklungszusammenarbeit aufgewendet. Der Rest entfällt hauptsächlich auf die politischen Beziehungen, unter anderem auf die diplomatischen und konsularischen Vertretungen der Schweiz sowie auf die Ausgaben zugunsten von internationalen Organisationen.
Die übrigen fünf Aufgabengebiete (Institutionelle und finanzielle Voraussetzungen, Kultur und Freizeit, Gesundheit, Umweltschutz und Raumordnung, Wirtschaft) machen 9,5 Prozent der Ausgaben des Bundes aus.
Entwicklung der Ausgaben 2025
In Mrd.CHF
Mit 87,6 Milliarden lagen die Gesamtausgaben im Jahr 2025 um 3,9 Prozent bzw. 3,3 Milliarden höher als im Vorjahr. Darin enthalten sind für die Schutzsuchenden aus der Ukraine bestimmte Ausgaben in der Höhe von 0,7 Milliarden, die als ausserordentlicher Zahlungsbedarf beantragt werden, sowie der einmalige Kapitalzuschuss an die SBB in der Höhe von 850 Millionen. Die ordentlichen Ausgaben nahmen um 2,9 Milliarden respektive 3,5 Prozent zu. Sie stiegen damit mehr als doppelt so stark an wie das nominale BIP (+1,7 %).
Das Ausgabenwachstum im Bereich der Sozialen Wohlfahrt (+2,0 %; +0,6 Mrd.) beruht hauptsächlich auf den höheren Ausgaben für die AHV (+0,9 Mrd.) und für die Krankenversicherung (+0,2 Mrd.). Die Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung (ALV) sanken hingegen um 0,6 Milliarden (temporärer Verzicht auf den Bundesbeitrag). Die Ausgaben im Aufgabengebiet Finanzen und Steuern verzeichneten ebenfalls einen starken Anstieg (+6,3 % bzw. +0,9 Mrd.). Dieser ist hauptsächlich auf die Zunahme der Anteile Dritter an den Einnahmen des Bundes (insbesondere direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer) zurückzuführen. Das kräftige Ausgabenwachstum im Aufgabengebiet Verkehr (+9,1 %; +1,0 Mrd.) beruht auf dem oben erwähnten Kapitalzuschuss an die SBB. Beim Aufgabengebiet Bildung und Forschung war ebenfalls eine besonders starke Zunahme der Ausgaben zu verzeichnen (+5,9 %; +0,5 Mrd.), was an der Doppelbelastung aus dem Beitrag für die Teilnahme an den Forschungsprogrammen der EU (Horizon) einerseits und den noch laufenden Übergangsmassnahmen für die Schweizer Forschenden andererseits lag. Des Weiteren erhöhten sich die Ausgaben im Aufgabengebiet Sicherheit um 4,3 Prozent bzw. 0,3 Milliarden.
Daten
Detaillierte Daten für längere Zeiträume finden sich unter folgenden Links: