Niedrige Geburtenraten: Eine finanzpolitische Einordnung
Anhaltend niedrige Geburtenraten bremsen das Wachstum der inländischen Erwerbsbevölkerung und beschleunigen die Alterung. Damit stellen sie auch die öffentlichen Finanzen vor Herausforderungen. Ein neues Working Paper der EFV analysiert die Ursachen niedriger Geburtenraten und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen, ordnet den Einfluss von familienpolitischen Massnahmen ein und zeigt wirtschafts- und finanzpolitische Handlungsoptionen auf.

Was bedeuten niedrige Geburtenraten für die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen?
Die Geburtenrate in der Schweiz liegt auf dem tiefsten bislang gemessenen Niveau. Bleibt sie dauerhaft niedrig, wächst die inländische Erwerbsbevölkerung langsamer und die Alterung beschleunigt sich. Dies wirkt sich langfristig auch auf die Wirtschaft aus und erhöht den Druck auf die öffentlichen Haushalte. Betroffen sind sowohl die öffentlichen Einnahmen als auch die öffentlichen Ausgaben.
Welche Ursachen liegen niedrigen Geburtenraten zugrunde?
Die Ursachen niedriger Geburtenraten sind vielfältig. Die Literatur hebt im Wesentlichen drei Erklärungsstränge hervor: die finanzielle Belastung, Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gesellschaftliche Trends.
Beeinflussen familienpolitische Instrumente die Geburtenrate?
Familienpolitische Massnahmen können Familien finanziell entlasten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Die internationale Evidenz zeigt jedoch, dass ihr Einfluss auf die Geburtenrate in der Regel begrenzt und oftmals nur vorübergehend ist.
Welche wirtschafts- und finanzpolitischen Handlungsoptionen bestehen?
Angesichts anhaltend niedriger Geburtenraten muss sich die Wirtschafts- und Finanzpolitik auf eine alternde Gesellschaft einstellen. Dazu gilt es, das Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen, arbeitsmarktorientierte Zuwanderung zu ermöglichen und das Produktivitätswachstum zu fördern. Gleichzeitig gewinnen Reformen zur nachhaltigen Finanzierung der Altersvorsorge und zur Dämpfung des Ausgabenwachstums im Gesundheitswesen noch weiter an Bedeutung.